Auch in Düsseldorf-Garath ist ein umfangreiches Sanierungs- und Modernisierungsprojekt für 132 Mietwohnungen in 22 Bestandshäusern gestartet. Die Gebäude aus den 1960er Jahren sollen energetisch aufgewertet, zum Großteil barrierearm erschlossen und um zusätzliche Wohnfläche erweitert werden. Damit leistet die RWB einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität und zur nachhaltigen Quartiersentwicklung in diesem Stadtteil.
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Düsseldorf-Garath: ein Stadtteil mit Potenzial
Düsseldorf-Garath liegt im Süden der Landeshauptstadt, an der Grenze zum Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe. Der Stadtteil hat rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist geprägt von einer vielfältigen Bevölkerungsstruktur. Garath verfügt über eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Ärzten, Sport- und Freizeitangeboten sowie einer direkten S-Bahn-Anbindung an die Innenstadt. Das Wahrzeichen des Stadtteils ist das Schloss Garath, ein barockes Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert, das heute als Kulturzentrum genutzt wird.
Die RWB ist seit vielen Jahren in Garath präsent und bewirtschaftet hier knapp 720 Wohneinheiten, überwiegend aus den 1960er und 1970er Jahren. Die Wohnungen sind vor allem bei Familien beliebt, die von den günstigen Mieten und den großzügigen Grundrissen profitieren. Die ältesten Gebäude der RWB in Garath stammen aus dem Jahr 1960 und befinden sich entlang der Jakob-Kneip-Straße. Diese Gebäude wiesen einen hohen Sanierungsbedarf auf, sowohl in technischer als auch in gestalterischer Hinsicht. Deshalb hat die RWB im Jahr 2021 ein ambitioniertes Bauprojekt gestartet, das diese Gebäude in ein neues Licht rücken soll.
Sanierung und Modernisierung im bewohnten Zustand
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Unser Bauprojekt in Garath umfasst die Sanierung und Modernisierung von 132 Mietwohnungen, verteilt auf 22 Bestandshäuser aus den 1960er Jahren. Die Gebäude werden größtenteils im bewohnten Zustand umgebaut, was eine enge Abstimmung und Kommunikation mit den betroffenen Mieterinnen und Mietern erfordert. Wir haben zu diesem Zweck eine Mieterbetreuung eingerichtet, die die Bewohnerinnen und Bewohner über alle Schritte des Projektes informiert und bei Fragen und Problemen zur Verfügung steht. Außerdem wurden mittlerweile vier freie Wohnungen zu Hotelwohnungen umfunktioniert, in welche Bewohner während der Arbeiten ausweichen können. Als Showroom dient den Mietern eine Musterwohnung, die das Endergebnis nach Abschluss der Maßnahmen zeigt.
Bildergalerie
- Düsseldorf Garath
Das Bauprojekt besteht aus drei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt betraf acht Gebäude an der Jakob-Kneip-Straße, die bereits 2021 fertiggestellt wurden. Diese Gebäude erhielten eine umfassende energetische Sanierung, die den KfW-100-Effizienzhaus-Standard erfüllt. Dazu gehörten unter anderem der Austausch der Fenster, die Dämmung der Fassade, der Kellerdecke und des Daches sowie die Installation einer zentralen mechanischen Abluftanlage. Außerdem wurden die Fernwärme-Übergabestationen zentralisiert und die Heizflächen inklusive Verteilleitungen erneuert. Die Wohnungen wurden zudem durch die Hinzunahme von Loggien und einen anschließenden Balkonanbau vergrößert.
Im zweiten und dritten Bauabschnitt werden insgesamt 14 weitere Gebäude modernisiert, die zusätzlich zu den Maßnahmen aus dem ersten Bauabschnitt eine Aufstockung um je ein Geschoss erhalten. Diese Aufstockung erfolgt in Holzrahmenbauweise, die eine schnelle und ökologische Bauweise ermöglicht. Die neu entstehenden Wohnungen erreichen den KfW-40-Effizienzhaus-Standard; die Bestandswohnungen des Bauabschnittes 2 und 3 den KfW-85-Effizienzhaus-Standard.
In sämtlichen Gebäuden der Bauabschnitte 2 und 3 werden Aufzugsanlagen in dafür neu realisierten Aufzugsschächten nachgerüstet. Hierdurch sind am Ende aller Sanierungsmaßnahmen neben den 28 neuen Dachgeschoss-Wohnungen ebenfalls 84 Bestandswohnungen barrierearm erreichbar.
Auf allen Dächern der Gebäude werden zudem großflächige Photovoltaik-Generatorfelder installiert, deren Strom den Bewohnerinnen und Bewohnern über ein Mieterstrom-Modell angeboten wird.
Mehr Wohnqualität – mehr Nachhaltigkeit
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Mit dem Bauprojekt in Garath verfolgt die RWB mehrere Ziele, die sowohl den Mieterinnen und Mietern als auch dem Unternehmen und der Umwelt zugutekommen. Zum einen soll die Wohnqualität deutlich verbessert werden, indem die Wohnungen modernisiert, erweitert und barrierefrei erschlossen werden. Die Mieterinnen und Mieter profitieren von einer besseren Wärmedämmung, einer höheren Lüftungsqualität und einer ansprechenden Fassadengestaltung. Die Wohnungen werden heller, geräumiger und komfortabler.
Zum anderen soll die Nachhaltigkeit der Gebäude erhöht werden, indem der Energieverbrauch und der CO₂-Ausstoß reduziert werden. Hier setzen wir auf eine effiziente Fernwärmeversorgung, eine optimierte Dämmung, eine regenerative Stromerzeugung und eine ökologische Bauweise. Die Gebäude erfüllen je nach Bauabschnitt unterschiedliche KfW-Effizienzhaus-Standards, die eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ermöglichen. Die RWB investiert insgesamt rund 32 Mio. € in das Bauprojekt, das zu einer deutlichen Einsparung von Primärenergie und Treibhausgasen führen wird.
Darüber hinaus soll das Bauprojekt einen Beitrag zur Quartiersentwicklung in Garath leisten, indem das Wohnangebot attraktiver und vielfältiger wird. Durch die Aufstockung schaffen wir zusätzliche Wohnfläche, die vor allem dem Bedarf an größeren Wohnungen entgegenkommt. Die Gesamtwohnfläche der 22 modernisierten Gebäude steigt von bisher 11.478 m² auf 14.010 m². Wir verstehen uns als Teil der Garather Gemeinschaft und möchten mit dem Bauprojekt einen positiven Impuls für den Stadtteil setzen.
Das Norberthaus im Quartier in Garath ist eine Begegnungsstätte für alle Menschen aus der Umgebung. Hier können Menschen zusammenkommen, sich austauschen und Angebote der Caritas in Anspruch nehmen. Die Angebote sind so vielfältig wie die Menschen, die diese nutzen: So gibt es beispielsweise eine Cafeteria, Angebote für Kinder, Sprachkurse, Bewegungsangebote, sporadisch Mittagessen, Angebote für Senioren, Mutter-Kind-Angebote und saisonale Veranstaltungen.
Um dem erhöhten Stellplatzbedarf des Quartiers gerecht zu werden, haben wir eine an den Bestand angrenzende – jedoch teilweise seit Jahren gesperrte – Garagenanlage erworben. Diese werden wir im Jahr 2024 durch einen modernen Neubau in Holzbauweise ersetzen und auf diese Weise 22 neue Stellplätze schaffen. Die gewählte Bauweise aus Stahl- und Holzbaustoffen greift die ressourcenschonende Bauweise der Aufstockungen auf. Es wird ein Bruchteil an grauer Energie für die Errichtung der Garagenanlage benötigt und der hohe Vorfertigungsgrad der Konstruktionen reduziert die Bauzeit auf ein notwendiges Minimum.
Das Projekt läuft bisher nach Plan und stößt bei den Mieterinnen und Mietern auf positive Resonanz. Wir freuen uns auf die Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes noch in diesem Jahr und auf die Fortsetzung der Maßnahmen in den folgenden Jahren.
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Alter der Gebäude
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1960
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Energiekonzept
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Fernwärme, mechanische Abluftanlage, Photovoltaik
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Energieverbrauche
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Vorher: 147 kWh/m2a (Endenergie), nachher: 55 kWh/m2a (Primärenergie) |
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Wohneinheiten
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Vorher; 132, nachher: 160 |
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Nutzfläche
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Vorher: 11.478m2, nachher; 14.010m2 |
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Dauer der Sanierung/Modernisierung
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2021–2026 |
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Investitionskosten
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> 32 Mio. €
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Barrierefrei
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Alle Wohnungen des 2. und 3. Bauabschnittes sind über Aufzug erreichbar
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Die drei Bauabschnitte im Überblick
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Der erste Bauabschnitt umfasste die ersten acht Gebäude an der Jakob-Kneip-Straße mit insgesamt 48 Wohnungen. Diese Gebäude wurden bis Ende 2021 saniert und modernisiert und die Wohnungen um Balkone erweitert. Die Gebäude erhielten eine neue Fassadendämmung, neue Fenster, eine mechanische Abluftanlage und eine optimierte Fernwärmeversorgung. Die Gebäude erfüllen den BEG-100-Effizienzhaus-Standard.
Der zweite Bauabschnitt umfasst sieben Gebäude mit insgesamt 42 Wohnungen. Diese Gebäude werden bis Ende 2024 saniert und modernisiert und ebenfalls durch Balkone erweitert. Die Gebäude erhalten eine neue Fassadendämmung, neue Fenster, eine mechanische Abluftanlage und eine optimierte Fernwärmeversorgung. Die Wohnungen werden über einen Aufzug barrierefrei erschlossen. Die Gebäude erhalten zudem eine Aufstockung um je ein Geschoss in Holzrahmenbauweise, wodurch 14 neue Wohnungen entstehen. Die neuen Wohnungen erfüllen den BEG-40-Effizienzhaus-Standard. Der dritte Bauabschnitt umfasst weitere sieben Gebäude. Der Umfang gleicht den Maßnahmen des zweiten Bauabschnittes.