Geschäftsbericht
2024
5/36


Lichtenbroich gewinnt Deutschen Bauherrenpreis

Im Düsseldorfer Norden – zwischen Flughafen, Aaper Wald und Grüngürtel – haben wir 2024 die Modernisierung unseres Wohnquartiers im Stadtteil Lichtenbroich abgeschlossen.

Die große Siedlung am Sermer Weg und am Volkardeyer Weg steht sinnbildlich für den Kern unserer Strategie, sowohl nachhaltig als auch sozial verträglich zu bauen und zu sanieren. Zwei wesentliche Ziele der Quartierserneuerung waren die energetische Ertüchtigung der Gebäude sowie ein barrierearmer Ausbau der Wohnungen. 

Dass wir mit unserem strategischen Vorgehen auf dem richtigen Weg sind, zeigt uns die Auszeichnung des Lichtenbroicher Quartiers mit dem Deutschen Bauherrenpreis 2024. Der seit mehr als drei Jahrzehnten vergebene Preis gilt als „Architektur-Oscar“ und ist die wichtigste Ehrung im deutschen Wohnungsbau. Er prämiert herausragende Projekte, die eine hohe Qualität zu tragbaren Kosten bieten – und die darüber hinaus als innovative und übertragbare Lösungsbeispiele dienen. Durch den Deutschen Bauherrenpreis sieht sich die RWB in ihrer Rolle gestärkt, auch zukünftig die Modernisierung kompletter Quartiere voranzutreiben.

Gelungenes Zusammenspiel aller Kriterien:
Wo Lichtenbroich punktete

Das Besondere des Projektes

  • Ganzheitliche Planung
  • Erhalt des städteräumlichen Wohnungsbestands, kombiniert mit neuer Baukultur
  • Sozialgerechtes und innovatives Quartier mit diversen Wohnformen rund um eine vorhandene „grüne Lunge"
  • Sanierungsbedingter Umzug von Mietparteien ohne juristische Konflikte – dank der offenen und wertschätzenden Kommunikation seitens der RWB

Wirtschaftlichkeit und tragbare Kosten

  • Ausgaben über alle Bauabschnitte (ohne Einfamilienhäuser): 35,4 Mio. € bzw. 2.342 €/m²
  • Mieten: 6,62 €/m² – 7,80 €/m² (gefördert) bzw. 8,50 €/m² – 10,50 €/m² (frei finanziert)
  • Anstieg der Gesamtwohnfläche um 46 %

Wohnfläche:
Ing: 14.450 m²
zwischen 40 m² und 82 m²
Sanierte 
Wohnungen:
72
Neubau-
wohnungen:

159 
(davon 99 öffentlich gefördert)

Wohnungsarten:

1- bis 5-Zimmer-Wohnungen, 
Seniorengerechte Wohnungen

Einfamilienhäuser:

12 verkaufte

Pkw-Stellplätze:

155

Sonstige 
Einrichtungen:

1 Arztpraxis,
1 Kindertagesstätte

 Energieeffizienz und Klimaschutz

  • KfW-40-Standard (Neubau)
  • KfW-55-Standard (Bestandsumbau)
  • Zentrale Holzpelletsheizung für Heizung und Warmwasser, Abluftanlagen, Luft-Wasser-Wärmepumpen, teilweise Solarthermie und Photovoltaik
  • Vorbildliche Reduzierung der CO2-Bilanz von 4,8– 6,9 kg CO2/m²a
  • Zwei Bauabschnitte des Wohnquartiers als „Klimaschutzsiedlung des Landes NRW“ ausgezeichnet

Architektur und Baukultur

  • Teilerhalt des Bestandes
  • Sanierung mit Anpassung der Grundrisse und Schaffung einer möglichst großen Barrierefreiheit
  • Geschickte Anordnung von Neubaugrundrissen für minimierte Feuerwehrzufahrten
  • Formgebung klassisch und reduziert, Fassaden mit vertikalen Fensterformaten, zeitlose Farbgebung, Akzent- und Klinkerflächen

Städtebaulicher Kontext

  • Interdisziplinärer Architektenwettbewerb für eine zeitgemäße Quartiersentwicklung
  • Reihenhäuser im Inneren interpretieren die alte Zeilenbebauung
  • Teilabriss rund um den zentralen grünen Anger, stattdessen Punkthäuser und L-förmige Neubauten
  • Neue Mehrfamilienhäuser als Hochpunkte entlang der Straße

Freiraumgestaltung und Klimaanpassung

  • Freiraumkonzept verbessert Mikroklima (zentrale Tiefgarage, Minimierung versiegelter Flächen)
  • Erhöhte Versickerung des Regenwassers, Biodiversität
  • Größtmöglicher Erhalt des alten Baumbestands
  • Grünflächen und Spielplätze als einladende Treffpunkte

Sozialer Anspruch

  • Quartier für Jung und Alt
  • Gelungener Mix aus geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen sowie Wohneigentum, integrative Wohngruppe
  • Vierzügige Kindertagesstätte, Arztpraxis, Quartierstreff
  • Durchgängige Barrierefreiheit

Bauprozess und -logistik

  • In drei Bauabschnitten umgesetzt (jeweiliger Start in den Jahren 2015, 2017, 2020)
  • Begleitung durch Umzugsmanagement
  • Lernprozess bei Sanierung/Neuplanung: effizientere Arbeitsprozesse sowie weitere soziale Diversifizierung

Kooperationen und innovative Konzepte der Zusammenarbeit

  • Stadt Düsseldorf als Träger der Kindertagesstätte
  • Kooperationspartner „Deutscher Orden Haus St. Josef“ für Außenwohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung sowie Zusammenarbeit inWohngemeinschaften
  • Zertifizierung der gesamten Wohnanlage als generationsgerechtes Quartier


Seit August 2024 am Start: Kita im Quartier

Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im August 2024 öffnete auch die neue städtische Kindertagesstätte ihre Pforten; sie bietet Platz für 60 Kinder in vier Gruppen. Das barrierefreie Gebäude – in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf geplant und gebaut – verfügt über eine große Turnhalle, ein großzügiges Außengelände sowie Mehrzweckräume, die als Forscher- und Lernwerkstatt, Bauzimmer, Atelier und Rollenspielraum genutzt werden können: eine ideale Umgebung für die Entwicklung von Kindern. 

Dankeschön für Geduld: Mieterfest im September 2024

Mit einer großen Feier beging die Rheinwohnungsbau den Abschluss der langjährigen Quartierserneuerung. Eingeladen waren alle im Quartier Lichtenbroich wohnenden Menschen und die am Bau beteiligten Personen. Bei strahlendem Sonnenschein bot das Fest ein umfangreiches Programm aus kulinarischen Genüssen, Live-Musik, Erzählecke und Spielstationen. Als Ehrengast sprach Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. 

V. l. n. r. Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer  Rheinwohnungsbau GmbH, Dr. Stephan Keller, Oberburgermeister  der Landeshauptstadt Düsseldorf, Alexander Rychter,  Verbandsdirektor VdW


Ausblick auf 2025: Nachbarschaftstreff kommt

In einem ausgedienten Gewerbeobjekt vis-à-vis dem Wohnquartier entsteht im Jahr 2025 ein neuer Nachbarschaftstreffpunkt. Das Quartierszentrum dient allen im Stadtteil Lichtenbroich wohnenden Menschen als Anlaufstelle und soll ein Ort der Begegnung sein. 

Schulterblick: reibungsloser Projektablauf mit Lerneffekten

Rund zehn Jahre nahm die Erneuerung des RWB-Quartiers in Lichtenbroich in Anspruch – eine angemessene Zeit. Schließlich mussten Bestandsobjekte saniert sowie Gebäude teils abgerissen und neu gebaut werden. Ziel der Rheinwohnungsbau war es, dass möglichst viele Mietparteien auch weiterhin im Quartier wohnen bleiben können. Deshalb wurde die Quartierserneuerung in drei Bauabschnitte unterteilt: 2015/2016 (erster Bauabschnitt), 2017–2019 (zweiter Bauabschnitt) sowie 2020–2024 (dritter Bauabschnitt). Hervorzuheben ist, dass der sanierungsbedingte Umzug von Mietparteien – dank der offenen Kommunikation und der Begleitung durch ein Umzugsmanagement – ohne Rechtsstreit vonstattenging. Darüber hinaus gab es einen Lernprozess, als sich herauskristallisierte, dass nicht alle Bestandsbauten saniert werden können. Die Neuplanung führte zu effizienteren Arbeitsprozessen sowie einer weiteren sozialen Diversifizierung. Auch für einen Lichtenbroicher Arzt wurde umgeplant und für ihn eine neue Praxis im Quartier geschaffen, nachdem dem Allgemeinmediziner seine bisherigen Räume zuvor gekündigt worden waren.