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Ungelsheim als Blaupause: innovative Energieversorgung im historischen Quartier
Im Jahr 2020 verzeichnete der RWB-Wohnungsbestand in Duisburg-Ungelsheim die schlechteste CO2-Bilanz des gesamten Portfolios: Der Emissionsausstoß der ehemaligen Werkswohnungen schlug mit rund 40 kg CO2 pro Quadratmeter jährlich zu Buche. Nach Sanierungsabschluss im Jahr 2026 wird das Quartier nahezu die Null-Emissions-Marke erreicht haben und damit klimaneutral sein.
Fokus auf CO2-Reduktion
Das Erfolgsrezept: Die RWB erklärte die CO2-Reduktion als oberstes Ziel. Sie ließ die Gebäude mit Wärmepumpen aufrüsten und diese wiederum mit Grünstrom versorgen, indem sie Photovoltaik auf allen geeigneten Dachflächen installierte. Ansonsten hielt das Unternehmen die Eingriffe ins Gebäude möglichst minimalinvasiv – schließlich erfolgten alle Bauaktivitäten in bewohntem Zustand.
Bei Gebäuden, die bereits zu Beginn der 2000er Jahre auf die heutigen Energieeffizienzklassen A–D umgerüstet wurden, ist der Wärmepumpenbetrieb technisch schon möglich. Nur Gebäude, die seit dem Baujahr 1958 keine nennenswerte Ertüchtigung erhielten, wurden mit Blick auf die Umstellung auf Wärmepumpe und Photovoltaik auch hinsichtlich des Wärmebedarfs saniert. Bei diesen Objekten wurde jeweils unter Berücksichtigung der aktuellen Förderkulisse der wirtschaftlich vertretbarste Aufwand zur CO2-Neutralität gewählt.Der Sanierungsabschluss in Ungelsheim wird für die RWB ein Meilenstein: Die Erfahrungen sollen als Blaupause dienen, um bei weiteren zu sanierenden Quartieren künftig Skaleneffekte nutzen zu können.
Klimaquartier Duisburg
Dass das Ungelsheimer Sanierungsprojekt eine Vorbildfunktion erfüllt, zeigt auch die Auszeichnung des dortigen Subquartiers „Q8“ als „Klimaquartier NRW“. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert mit dieser Auszeichnung Siedlungen, die Effizienzpotenziale der klimaneutralen Gebäudeenergieversorgung ausschöpfen. Das ausgezeichnete Subquartier setzt exemplarisch für das Gesamtquartier neue Standards bei Energielösungen: Die Wohnungen erreichen nach den Sanierungen den Effizienzhausstandart „BEG 85 EE“. Durch die großflächige Installation von Photovoltaik in Verbindung mit Elektrospeichermedien versorgt sich das Quartier weitestgehend autark.
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Emission vor Sanierung:
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40,17 kg CO2/m²a
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Ziel:
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Klimaneutralität
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Fertigstellung:
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2026 (nach nur sechs Jahren Sanierung) |
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Umfang:
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129 Gebäude mit 772 Wohnungen |
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Nutzfläche:
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48.400 m² |
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Investitionskosten:
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51 Mio. € |
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Photovoltaikfläche:
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> 10.000 m² Photovoltaikfläche mit > 2,4 MWp Generatorfeldleistung |
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Wärmepumpen:
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> 90 Wärmepumpen |

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Umfang:
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31 Mehrfamilienhäuser mit 124 Wohnungen
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Klasse:
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Effizienzhausstandart 85 EE
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Emission:
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max. 4,45 kg CO2/m2a |
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Umstellung von Gas auf Wärmepumpentechnik:
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zentrale Luftwärmepumpe, dezentrale elektrische Durchlauferhitzer |
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Strom:
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Dachflächen mit Photovoltaik (insgesamt > 780 kWp) |
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Geplanter Energiebedarf:
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< 300.000 kWh p.a. |
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Geplante Stromerzeugung:
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> 650.000 kWh p.a. |